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Ein Beitrag von unserem Kooperationspartner Dipl.-Psychologe Uwe Boving:
Stress - Fluch oder Segen
Stress ist in aller Munde. Ich bin gestresst, dies ist stressig, jenes ist stressig. Viele Menschen klagen über Stress. Dabei.wird unter Stress oft die Situation verstanden, wenn in zu kurzer Zeit zuviel zu tun ist. Doch Stresserleben kann genauso im Gegenteil begründet sein. Langeweile oder ein Mangel an Aufgaben sind ebenso potenzielle Stressauslöser. Stress ist im Prinzip alles, was den Organismus belastet. Auf der psychischen Ebene können dies , Prüfungen, Streit / Konflikte, Angst vor Arbeitsplatzverlust, (zu) hohe Verantwortung, Sportwettkämpfe oder eben Zeitdruck genauso wie zu wenig Aufgaben, innere Leere sein. Auf der körperlichen Ebene kann dies bspw. Hitze, Kälte oder Lärm sein. Und es gibt auch "hausgemachte", im eigenen Denken entstehende, Stressverursacher. Ungeduld, Perfektionismus, Selbstüberforderung, Angst vor Kritik können hierfür als Beispiele genannt werden. In Stress-Situationen reagiert der Körper mit einem erhöhtem Erregungsniveau, denn er stellt sich auf Bewegung ein. Erhöhte Muskelspannung, erhöhte Puls- und Atemfrequenz sind die typische Stressreaktionen des Körpers. Wenn nun dieses Erregungsniveau ständig aufrechterhalten wird und keine ausreichende Regeneration erfolgt, kann es zu stressbedingten gesundheitlichen Beeinträchtigungen kommen. Auswirkungen von ständig erhöhtem Stresslevel können im psychischen Bereich Überforderungsgefühle, depressive Verstimmungen, Hektik und Angst oder Hilflosigkeit sein. Körperlich schlägt sich anhaltender Stress beispielsweise in Schlafstörungen, Verspannungen, Kopfschmerzen oder Schwächen im Immunsystem nieder. Wenn der Stress zu lange anhält und dem Organismus keine Pausen gegönnt werden, kann dies zu einem chronisch erhöhten Erregungsniveau führen und ernsthafte Herz-Kreislauf-Erkrankungen können die Folgen sein.
Stress ist aber aber nicht nur negativ zu sehen.. Er kann auch die "Würze des Lebens" sein. Ein ständiger Wandel zwischen Phasen der Belastung, der Aktivierung und Phasen der Erholung und Entspannung ist ein Zeichen von Lebendigkeit. Diese Tatsache wird auch im Stressbewältigungstraining berücksicht. Das Ziel eines solchen Trainings ist nicht die grundlegende Vermeidung jeglicher Form von Belastung, sondern die gezielte Steuerung des Wechsels zwischen Belastungen und Regeneration. Und natürlich um die Reduzierung von als unangenehm erlebten Stress.
Das multimodale Verhaltenstraining zur Stressbewältigung basiert auf 4 Säulen: Problemlösungen suchen und finden, Entlastung durch soziale Unterstützung und Genuß, Kognitionstraining und der gezielte Einsatz von Entspannungsübungen. Die Basis, das Fundament sind allerdings die Gedanken. Einstellungen, Bewertungen und Wahrnehmung sind die zentralen Elemente von effektivem Stressmanagement.
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